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Ist 3D Software zu teuer?

 
 
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Alt 24.10.2008   #1

Senior

 
Benutzerbild von Marci
 
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Ist 3D Software zu teuer?

Ich grübel jetzt immer noch über diese Aussage im anderen Thread zur XSI-Übernahme.

Ich finde die Diskussion genauso unsinnig wie die Diskussion, ob man als Designer stets auf dem halbwegs neuesten Stand zwecks Rechner sein muss.

Wenn ich wirklich tagtäglich mit der Software mein Geld verdiene, ohne mich dabei natürlich unter Wert zu verkaufen, sollten die 5000€ doch recht fix wieder reingespielt werden. Ähnlich wie jährlich ein neuer aktueller Rechner für vielleicht 2000€ die Renderzeit halbiert und damit gerade bei Animationen auch die Arbeitszeit stark dezimiert...wenn ich einen Markt bedienen kann, der auch genügend Aufträge hergibt, zahlt sich dass doch ziemlich fix wieder aus. Wir reden hier ja nicht über ne halbe Million für ein Highend-Mocap System.

Ich kenne mich in der Welt des Freelancing nicht sonderlich gut aus, da ich neben der Ausbildung nur am Wochenende zeit habe und dann meist für eigene Projekte die ich lieber aus Überzeugung mache und nicht des Geldes wegen....ich sehe an mir selbst, wie ich von früh bis abends mit Design in berührung bin...ich schalte sozusagen grade mal beim sport oder nachts im schlaf ab...ständig lernt man neue sachen und verbringt unzählige nichtbezahlte stunden am pc...stress...ungewissheit....täglich neue umstände....

wenn ich dann über die Einmalinvestition 2000€ mehr oder weniger nachdenken muss, dann frag ich mich, ob entweder die Branche überlaufen ist oder nicht genug Potenzial in den Designern steckt.

Mal ehrlich, ohne überheblich zu klingen, aber als Designer/Entwickler/DCC-Mensch/Rigger/Animator/Flasher usw... besitzt man doch nicht die Eigenschaft, an der Theke zu stehen und danach zu fragen ob es vielleicht noch 100g mehr von der groben Rügenwalder sein dürfen. Man verfügt über Fachwissen und entwickelt über die Jahre Problemlöse-Eigenschaften und ein gewisses Privileg etwas zu können, was sich andere noch nichtmal annähernd vorstellen können (zitat "kannst du da bitte noch ein king kong einfügen?...wieso schwer?...ich dachte man drückt den kingkong-knopf und den rest macht die maschine unterm schreibtisch")...da hab ich dann eigentlich keine lust dieses privileg unter wert zu verkaufen und mich in der jahresbilanz über 1000€ mehr oder weniger zu ärgern.

Da mein Zwillingsbruder wie schon irgendwann mal erwähnt Entwickler ist, hab ich ja immer einen Blick in diesen Bereich und er über mich einen Blick in den Designbereich...es ist natürlich auch alles hart verdientes Geld, der Boom ist längst verflogen...man muss immer mehr in immer weniger Zeit schaffen...aber was einige Leute sich unter unserer Arbeit vorstellen ist nicht mehr feierlich.
Ich sehe z.b. wie aufwändig es ist eine wirklich gute website zu bauen oder eine software von grund auf zu entwickeln...da gehen tage drauf nur für optimierungen...das muss man erstmal dem auftraggeber erlkären wenn der nebenan es auch wieder mal für 2000€ weniger gemacht hätte (die alte leier eben...)....

und dann versteh ich nicht wie sich hier darüber ausgelassen wird, dass ein Programm, dass soviel zu bieten hat, dass einem auch nach mehreren jahren fast täglicher Erfahrung ab und zu noch die Spucke weg bleibt, ob der schnellen guten Ergebnisse mit 2000€ mehr oder weniger zu teuer sein soll.

Sicher gibt es den Schraubenziehersatz auch im Set mit dem Akkubohrer für 50€ bei real. Aber ein Handwerker kauft nunmal das Set von wera und das ist auch nciht billig.

Ich habe in den letzten 3 Jahren viel mitgenommen an Erfahrungen und Meinungen, Leute kommen und gehen gesehen, zufriedene und unzufriedene Gesichter....und eine Sache hab ich mir geschworen:

Wenn der Markt übersättigt oder kaputt ist, und ich mich unter Wert verkaufen muss, werde ich andere Wege gehen und dann doch wieder statt wie vor 3 jahren das Hobby zum Beruf, den Beruf wieder zum Hobby machen.

Ich kann mir im Leben nicht vorstellen, tagtäglich Brötchen zu verkaufen oder an der Kasse zu sitzen, aber wenn mich mein Beruf in der DCC-Branche nicht erfüllt und ich finanziell genauso unsicher lebe wie eine Frisöse (also 1000€ mehr oder weniger im jahr eine wesentliche Rolle spielen für die es sich lohnt hier seitenweise Forenbeiträge zu verfassen ^^) würde ich mich rein beruflich aus diesem bereich dann doch eher verabschieden.

Findet ihr "gefühlte" 5000€ zuviel für ein komplexes Programm wie 3D Studio? Findet ihr eine weitere Modularisierung vielleicht sinnvoller? Sozusagen in einzelne Kernbereiche weiter aufsplitten und dann die Module unter einer Hauptoberfläche anbieten? Oder lieber doch alle Features in ein Monsterpaket stecken und dann für mehr Geld aber dafür Alles-in-Allem?

Ihr könnt gerne auch etwas abschweifen, mich stört das nicht...die Kernfrage hat mich nur so befremdet, als würde ein Handwerker eben morgen sein Werkzeug bei Real kaufen müssen um zu überleben.
Marci ist offline  
Alt 24.10.2008   #2
DraconiX

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AW: Ist 3D Software zu teuer?

Sehe ich genauso... Ich finde die Preise der jeweiligen Programme angepasst. Ob nun Autodeskt mit der Übernahme eine quasi Monopolstellung auf dem Markt bekommt sehe ich noch nichtmal so, da sie ja immer noch Blender im Rücken haben.

Wie schon erwähnt kauft ja der Handwerker auch keine Bosch - Baumarktbohrmaschinen. Nein, er kauft Makita, Hilti und Co. dort kostet eine Maschine gleich das 4-5 fache der Baumarktware. Soll sie ja auch, denn sie ist es wert! Genauso sehe ich das mit den Grafikprogrammen (Ich würde da ja auch die komplette Adobe Reihe mit reinziehen) - Photoshop ist nunmal umfangreicher als Blender und auch noch um Welten produktiver als Corel und Gimp. Genauso bezieht sich das mit Maya und 3DS zu C4D und Blender... Ist nunmal so.

Und außerdem kann man diese Programme sowieso abschreiben, wenn man sie beruflich nutzt. Ich verstehe diese Schreierei auch nicht wirklich!

Achja... nichts gegen Wurstfachverkäuferinnen - das kann auch nicht jeder
 
Alt 24.10.2008   #3

Joe

 
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AW: Ist 3D Software zu teuer?

DraconiX, wie du auf den Vergleich zwischen Blender und Photoshop kommst ist mir unklar, dann schon eher mit Final Cut oder Premiere. Es stimmt schon kommerziellen Programme sind natürlich (noch) umfangreicher, aber man sollte Open Source Programme nicht unterschätzen, da zum Beispiel Blender extrem schnell wächst.

Die Preise der Programme ist natürlich hoch, aber ich denke schon dass sie es Wert sind. Ausserdem muss man ja nicht jedes Jahr Updaten und auf ein paar Jahre verteilt ist der Preis dann auch nicht mehr so hoch. Ein Problem seh ich eher an der Menge benötigter Programme.

Joe
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Alt 24.10.2008   #4
snare

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AW: Ist 3D Software zu teuer?

Das Problem was ich immer wieder bei Open Source Software feststelle ist, dass sie Produktiv einfach untauglich bzw. ineffizient ist. Man ist viel zu langsam damit unterwegs, weil manche Tastenkürzel fehlen, anders sind und einfach die Benutzerfreundlichkeit fehlt, in der Software Unternehmen oft viel Geld und Zeit investieren. Bestes Beispiel das neues MS Office. In Sachen GI hat sich ja einiges getan finde ich (auch wenn ich's nicht wirklich nutze).
Das meine ich jetzt insbesondere, wenn man Gimp und Photoshop vergleicht. Ich habe mir aus neugierde mal Gimp gezogen und ein bisschen rumprobiert. Aber ich finde damit effektiv zu arbeiten ist ein einziger Krampf. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt, weil ich mittlerweile 6 Jahre mit Photoshop unterwegs bin. Das gleiche habe ich allerdings auch bei Open Office im vergleich zum echten MS Office gemerkt. Es sind einfach die Kleinigkeiten.
 
Alt 24.10.2008   #5

Softwarehopser

 
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AW: Ist 3D Software zu teuer?

@ snare: also das kann ich nur bedingt unterstützen. Was Gimp und Photoshop betrifft gebe ich dir Recht, habe ich selber ausprobiert und bei Gimp fehlts vorn und hinten. OpenOffice habe ich glaube ich gar nicht wirklich oft benutzt, und NeoOffice funktioniert bei mir am Mac nicht richtig. Auf der anderen Seite, ist Inkscape wirklich funktionell und eine Alternative wenn man sich Illustrator nicht leisten kann oder will.

Was die 3D-Sparte angeht, ich glaube du hast niemals Blender geöffnet gehabt. Sicher viele Maya-, Max- usw. -User schreckt die Oberfläche ab, der Workflow ist auch nicht an einen Autodeskworkflow angeglichen, jedoch ist er auf keinen Fall schlechter. Ich selber habe mit Blender angefangen und zB modeling geht in Blender tausendmal schneller und um einiges intuitiver als in c4d oder auch Maya.
Nicht falsch verstehen, ich steige gerade auf Maya um, da ich nicht ewig blendern kann, aber mich nervt ganz schön, dass zB man so schnell aus einem Modus (vertice, face...) rausfliegt und wieder im Objectmodus landet. Gut, Nurbs und der Renderer, das sind Schwachstellen in Blender, aber auch daran wird glaube ich gearbeitet. (vray-Anbindung ist glaub schon integriert)

Unterm Strich kann man nicht alle OpenSourceTools "über einen Kamm scheren". Gerade bei 3D/Blender denke ich, ist die Community um einiges grösser als man denkt, und man kann darauf warten, dass Blender noch einiges aufholen wird.

Bine
reh-kitz ist offline  
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Alt 24.10.2008   #6
snare

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AW: Ist 3D Software zu teuer?

  Zitat von reh-kitz »
...
Was die 3D-Sparte angeht, ich glaube du hast niemals Blender geöffnet gehabt...
Stimmt, aber davon habe ich auch nicht geredet.


Und ja man kann nicht alle Programme über einen Kamm scheren, das stimmt schon. Ich habe irgendwie auch einen Äpfel+Birne vergleich angestellt. War jetzt nicht son sinnvoller Beitrag


(So, Feierabend....wo ist das Bier...?!)
 
Alt 24.10.2008   #7

Softwarehopser

 
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AW: Ist 3D Software zu teuer?

reh-kitz ist offline  
Wenn du glaubst etwas zu sein, hörst du auf etwas zu werden
Alt 25.10.2008   #8
DraconiX

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AW: Ist 3D Software zu teuer?

  Zitat von Icerockers »
DraconiX, wie du auf den Vergleich zwischen Blender und Photoshop kommst ist mir unklar, dann schon eher mit Final Cut oder Premiere. ....

Oh ja, Sorry my fault... Ich meinte eigentlich Photoshop <-> Gimp. Danke für den Hinweis.

Ahja:

 
Alt 25.10.2008   #9

Junior

 
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Mitglied seit: 30.08.2008
Beiträge: 374
AW: Ist 3D Software zu teuer?

So von der reinen Anschaffungsentscheidung ist 3D software schon recht teuer, wenn jemand damit anfangen will.
Beruflich wird man wohl kaum Auf Blender Studios treffen und man muß die Programme schließlich irgendwie handhaben können.


Andererseits muß man es auch mal in Relation sehen.
Der Markt für 3D ist nun nicht so groß wie der von Betriebssystemen, handys und Autos.
Man muß seine Entwicklungskosten auf weniger Kunden Verteilen und das macht 3d nunmal etwas teurer als Produkte die vom Entwicklingsaufwand etwa gleich hoch einzustufen sind, sich aber an ne größere Zielgruppe richten.
Calegolas ist offline  
Alt 25.10.2008   #10
DraconiX

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AW: Ist 3D Software zu teuer?

  Zitat von Calegolas »
....
Beruflich wird man wohl kaum Auf Blender Studios treffen ...
Oh oh oh... Mit solch einer Aussage wäre ich garnicht mal so vorschnell! Ich habe selber schon ein Studio gesehen welches auf Blender setzt, gerade wegen der Kosten!

Wenn man da nur mal an Distributed Rendering denkt, kommen bei 3DS ziemlich schnell ziemlich viele Lizenzen für Renderer etc. zusammen. (Ich glaube aber das die normale Network Licence auf 10 Physische Rechner ausgeweitet ist?!? Bin mir da aber gerade nicht ganz sooo sicher.) Diese Kosten entfallen bei Blender vollends, selbst die Kosten für die Betriebssysteme entfallen, 3DS benötigt ja auch noch ein Windows
 
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