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Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

 
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Alt 15.09.2008   #11

Junior

 
Benutzerbild von Daniel Pharos
Mitglied seit: 11.08.2008
Beiträge: 57
AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

Hi ihr,

ich bin seit 1995 selbständig, naja da war ich aber noch am Gymnasium... Aber ich war noch nie fest angestellt. Kann also hier nicht so recht vergleichen.

Seit ca. 6 Jahren hab ich einen Hauptkunden wo ich ständig bin. Und ich stell mich gerade um, um eines Tages komplett selbständig zu sein im Games Bereich und alles andere zu knicken.

Ich weiß, das Aufträge angeln ist das eklige dran, aber ich hab da ein gutes Gefühl, das ganze Genre verhält sich mir gegenüber meist recht einladend. Wird schon.

Abschließend, ich bin freiberuflich und wär gern nochfreierberuflich.
Daniel Pharos ist offline  
Alt 15.09.2008   #12

Großer Koordinator

 
Benutzerbild von pixi
 
Mitglied seit: 08.03.2007
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AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

 
Abschließend, ich bin freiberuflich und wär gern nochfreierberuflich.
Sehr sympathisch!

Akquise ist halt wirklich nervig, aber wenn man einmal Fuß gefasst hat, entwickelt das Ganze auch eine Eigendynamik. Man darf dabei nicht vergessen, dass man das ja für sein eigenes Wohl tut. Im ureigensten Interesse. Und das ist für mich allemal besser, als sich für die Interessen anderer krumm zu machen. Da hab ich doch arge Probleme mit.


pixi
pixi ist offline  
SPEKTRALFABRIK - Medienkomposition und Sound Design
Alt 15.09.2008   #13

Junior

 
Benutzerbild von Daniel Pharos
Mitglied seit: 11.08.2008
Beiträge: 57
AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

Total richtig Pixi. Und man kann selbst bestimmen was man macht *seufz*. Aktuell werdens bei mir halt doch manchmal 70h/Woche, so mit Vollzeit Arbeit UND Projekten die ich gern nebenher mache...

Naja ich hab ganz konkrete Pläne und ich drück mir die Daumen dass ich die Umstellung schaffe.
Daniel Pharos ist offline  
Alt 15.09.2008   #14

Großer Koordinator

 
Benutzerbild von pixi
 
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Beiträge: 4.246
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AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

Na, dann drück ich dir ebenfalls die Daumen. Lass uns wissen, wenn du's gepackt hast!


pixi
pixi ist offline  
SPEKTRALFABRIK - Medienkomposition und Sound Design
Alt 17.09.2008   #15

35 Millipeter

 
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AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

Tut mir leid, für meine späte Reaktion zum Thema. Es ist nur eben recht komplex.

Ich selbst bin als Freiberufler unterwegs und will im Moment daran auch nichts ändern, auch wenn es viele Nachteile gibt. Derzeit überweigen für mich die Vorteile.

Ich war vor einiger Zeit auch mal in der Rolle des Festangestellten (etwas andere Branche), hab des Wesen der Anstellung auch schon mehrfach mitbekommen.

Die Vorteile sind eben, dass man mehr oder weniger sein eigener Herr ist. Das man Projekte nach Bedarf annehmen kann und nicht muss. Man kommt so streckenweise an die interessanteren Projekte und hat nicht immer mit dem Einerlei und Festgefahrenheit/Problemen einer bestimmten Firma zu kämpfen. Man kann im Idealfall das machen, was einem liegt. Man kann sich auch mal eine Auszeit gönnen, um sich anderen Dingen zu widmen. Zum Beispiel um sich mit privaten Projekten zu verbessern oder auch auf dem Laufenden zu bleiben. Das erfordert natürlich ein hohes Maß an Selbstmotivation um gegebenenfalls Ruhephasen auch gut auszunutzen.

Das alles funktioniert natürlich nur unter der Vorraussetzung, dass man es sich finanziell leisten kann. Das ist eigentlich der Hauptnachteil, der Kontostand muss einfach stimmen, sonst kommt man doch schnell in die Lage, Sachen zu machen, die man eigentlich nicht will und fängt an sich unter Wert zu verkaufen.

Aber mal ehrlich, wie oft gehen Firmen insolvent oder müssen Mitarbieter entlassen, weil es mal nicht so gut läuft. Und schon landet man als Festangestellter auf der "Strasse". Das finanzielle Risiko ist also auch dort vorhanden. Und von der Wertigkeit reden wir erst gar nicht ...

Extreme Arbeitszeiten (gerade in der Branche) denke ich hat man mitunter auf beiden Seiten. Nur weiß man als Selbständiger/Freiberufler meistens eher WARUM das so ist und kann dies entsprechend kompensieren (es sei denn man steht darauf )

  Zitat von l-rac
Vorallem für Einsteiger in die Brange gibt es meiner Meinung nach keinen anderen Weg als eine Festanstellung. Von vorn herein gleich als Freelancer arbeiten zu wollen ist glaube ich allein aus Bekanntheitsgründen und dem draus resultierenden Kundenkreis kaum möglich... oder irre ich mich da?
Ich sehe es eigentlich andersrum, um als Einsteiger in die Branche reinzukommen, sollte man versuchen sich als freier Mitarbeiter durchzuschlagen. Dies war für mich auch ein ausschlaggebender Fakt, den so hat man meiner Meinung nach eher Chancen in dieser Branche, als eüber ine Festanstellung. Wie Razor schon richtig bemerkt hat, ist hier in Deutschland der Markt recht kaputt und nur wenige Firmen stellen fest ein. Wenn man nicht gerade als ewiger Praktikant enden will, hat man meines erachtens nur über die Freiberuflichkeit eine Chance. Einige wenige, die ich kenne, sind von der Freiberuflichkeit in eine Festeinstellung gewechselt. Noch weniger haben direkt eine Festeinstellung bekommen, einige davon haben auch schon wieder ihren Job verloren. Die meisten aber sind Freelancer.

Viele denken, dass man als Freiberufler ausschließlich wie eine Firma agieren muss, also Daueraquise und, entschuldigt das Wort, Schleimscheißerei. Das stimmt zwar bis zu einem gewissen Punkt, muss aber nicht so sehr ausgeprägt sein. Wie schon von Razor und Bine erwähnt, ist Networking wichtig. Oftmals kennt man andere Freelancer und bekommt so Tipps welche Firma Leute sucht oder gibt direkt die Aufträge ab. Oder man stämmt auch mal was gemeinsam.

Freiberuflichkeit bedeutet also nicht automatisch die ganze Zeit daheim oder im eigenen Büro zu arbeiten und mehr oder weniger die Gelben Seiten nach potentiellen Kunden durchzutelefonieren. Viele Firmen (Studios, Agenturen, Produktionsfirmen) suchen wegen Kosteneffizenz und bürokratischer Vereinfachung Freelancer zur Verstärkung ihrer Teams. Entweder Spezialisten, die man sich sowieso nicht dauerhaft leisten kann oder auch Generalisten, die eine gewissen Bandbreite abdecken können. Und das bei kleineren als auch großen Projekten über längere Zeiträume.
Man kann also auch vor Ort arbeiten, den dass hat auch seine Vorteile. Zum Beispiel eben wenn man Teamplayer ist, ausgedehntere Softwarelizenzen und wer hat schon ne "200-CPU" oder mehr Renderfarm daheim?
Der Staat sieht das beim veralterten Freiberuflermodell zwar teilweise anders, man sollte also aufpassen und es nicht übertreiben, also quasi nicht dauerhaft bei einer Firma sitzen und wie ein fester Mitarbeiter in einer gebundenen Weisungsstruktur agieren. Stichwort Scheinselbständigkeit!!!

Aber auch die Arbeit direkt mit dem Endkunden bzw. von seinem Büro aus (so stellt sich der Staat sich das vor), kann sehr spannend sein. An diese Kunden muss man natürlich erstmal rankommen, aber auch das kann (wenn man das möchte) mit der Zeit wachsen. Es erfordert natürlich ein starkes Maß an Disziplin und Investitionsbereitschaft. Ein Generalist hat es natürlich etwas leichter, es sei denn der Kunde wünscht sich Qualität a la Hollywood. Da muss man aufpassen und sich eigentlich immer mithilfe von Abnahmen und Moodboarding absichern.

Ich selbst schätze auch die Teamarbeit, finde es sich sehr wichtig ein gut funktionierendes Team zu haben. Denn nur so kann man gute Qualität produzieren, weil man als Einzelner sowieso nicht alles kann und erst recht nicht in der oftmals knappen Zeit. Leider sind die Budget's bri vielen Projekten viel zu klein um ein ausgewogenes Team zu beschäftigen. Also bleibt wieder alles bei nur wenigen Personen hängen oder man nimmt Spiel-Spaß-Honorare in Kauf.

In meinem Freelancer-Bekanntenkreis geistert öfter mal die Idee eine eigene Firma zu gründen. Ich denke und dass empfehle ich jedem, der sowas vor hat, dass man dies erst nach ein paar Jahren Erfahrung (möglichst als Freelancer) in der Branche tun sollte und nicht unbedingt gleich als Frischling. Gerade wenn man Freelancer ist, lernt man Kompetenzen, die einem als Festangestellter unter Umständen versagt bleiben. Man lernt Produktionskreisläufe unterschiedlicher Firmen kennen, Gute, aber auch Schlechte. Man hat mit unterschiedlichen Teams zu tun, welche die funktionieren und welche die nicht funktionieren. Man lernt sich selbst in verschiedenartige Teams einzubringen und weiß irgendwann, was Teamarbeit wirklich ausmacht. Man lernt die Kommunikation mit anderen Firmen oder Auftraggebern aus der selben Branche kennen, aber auch direkt mit dem Endkunden. Man kann mit den daraus resultierenden verschiedenen Kommunikationsebenen umgehen. Der Endkunde spricht halt eine andere Sprache als man selbst und vielleicht eine Firma aus der Branche. Das muss man alles lernen ...
Ich denke, dass ist wichtig für eine eigene Firma. Mal abgesehen, dass alle die da Einsteigen an einem Strang ziehen und dass man verschiedene Kompetenzen vereint. So kann man eben auch nur mit den Gesellschaftern kleine Projekte umsetzen.

Im Moment gibt es sowieso viele kleine Firmen (besonders hier in Berlin), die irgendwas in der Branche machen. Ich denke das lohnt es sich nicht, mit noch einer Firma auf dem Markt zu gehen. Der muss sich erstmal erholen. Viele Firmen ist eine gute Basis für Freelancer, da aber wiederum viele in die Branche wollen, sind die Honarare steckenweise ziemlich im Keller.

Die Idee eine Firma so aufzuziehen, dass übers Internet produziert, gibt es hier in Deutschland auch ab und zu mal. Bine hat ja schon berichtet. Ich habe auch mal was von einer Firma in Dresden gelesen. Doch die ist schon länger pleite. Keine Ahnung warum, vielleicht funktioniert es hier noch nicht. Vielleicht fehlt es dafür einfach an Erfahrung. Das Arbeiten vor Ort braucht schon eine gute Planung, Organisation und Supervising. Übers Internet erst recht. Motivation ist auch wichtig und das kann man mit einem Team vor Ort deutlich besser als über die Ferne.

Oh man, tut mir leid das es so viel geworden ist, aber das Thema ist leider recht schwierig und auch sehr komplex.

Ich wünsche auf jeden Fall allen hier viel Erfolg, egal für welchen Weg ihr Euch entschieden habt.

Peter
Pittiplatsch ist gerade online  
- Heute schon gep*otosh**pe*? -
Alt 18.09.2008   #16

Großer Koordinator

 
Benutzerbild von pixi
 
Mitglied seit: 08.03.2007
Beiträge: 4.246
pixi eine Nachricht über Skype™ schicken
AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

Vielen Dank für deine ausführlichen Erfahrungen, Peter. Ich stimme dir in vielen Punkten zu. Ich bin vor Jahren selbst als Freelancer gestartet und kann diesen Weg jedem empfehlen, der noch Erfahrungen sammeln muss und es sich leisten kann.


pixi
pixi ist offline  
SPEKTRALFABRIK - Medienkomposition und Sound Design
Alt 13.01.2009   #17

Sportsfreund

 
Benutzerbild von shennie
Mitglied seit: 12.10.2008
Beiträge: 14
AW: Freiberuflichkeit gegen Festanstellung

nur ist es bei grossen firmen klar , dass die kein freelancing übers internet zulassen - das ist einfach zu unsicher für daten. wenn ich sehe wie oft versucht wird unser server zu hacken um an projekte zu kommen ist es vollkommen logisch das alles nur inhouse abgewickelt wird.
shennie ist offline  
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